Wie sich Start-ups auf ihre ersten Mitarbeitenden vorbereiten
Der oder die erste Angestellte wirft bei Start-ups eine Reihe an Fragen auf: Welche Vorgaben gelten, welche Kosten fallen an? Im StartHub-Lunchbreak gaben Experten Tipps und Praxis-Einblicke.
© StartHub Hessen
Es ist an und für sich eine gute Nachricht für junge Start-ups auf ihrem Weg zum Erfolg: Das Unternehmen wächst, die Aufgaben ebenfalls und die Arbeit lässt sich nicht mehr ausschließlich vom Gründerteam erledigen. Das Unternehmen kann und will sich seinen ersten Mitarbeiter leisten. Doch gerade der Prozess rund um das Anstellen des ersten Mitarbeitenden wirft in vielen Start-ups eine ganze Reihe an Fragen auf. Worauf müssen Gründerteams unbedingt achten? Was ist zumindest empfehlenswert? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das jüngste Lunchbreak, der digitale Info-Austausch des StartHub Hessen.
Rechtliche und finanzielle Aspekte von großer Bedeutung
Als Experte gab Prof. Dr. Marcel Dulgeridis, Professor für Betriebswirtschaftslehre, Berater und Organisationsfachmann, einen umfassenden Überblick über alle Aspekte des Themas HR-Readiness für junge Start-ups. Angefangen mit rechtlichen Faktoren und finanziellen Aspekten, etwa Lohnnebenkosten bei unterschiedlichen Anstellungsarten, bis hin zur Möglichkeit, Auszubildende im eigenen Start-up einzustellen.
Der erste Angestellte verändert die Unternehmenskultur – und die Rolle des Gründerteams
Zentral war für Dulgeridis aber auch, welche Veränderungen ein neuer Mitarbeiter oder eine neue Mitarbeiterin in der Start-up-Organisation mit sich bringt und welche neue Rolle das bisherige Gründerteam einnimmt, wenn der oder die erste Angestellte ins Start-up eintritt. „Führung beginnt ab Person eins“, betonte Dulgeridis. „Du bist als Founder nicht mehr nur Umsetzer, sondern Orientierungspunkt. Rolle, Priorität, Feedback, Tempo und Standards werden sichtbar.“ Die Vorbereitung auf den ersten Mitarbeitenden beschränkt sich daher nicht nur darauf, den geeigneten Kandidaten oder die geeignete Kandidatin aus den eingegangenen Bewerbungen auszuwählen. Denn zugleich gilt es auch, die Rolle von Gründer, Gründerin oder Gründerteam im neuen Start-up-Gefüge zu klären.
Einblick in Unternehmenskultur und Führungsphilosophie eines Start-ups
Dass bei der Auswahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das eigene Start-up auch einmal Entscheidungen getroffen werden, die sich im Nachgang nicht als ganz optimal erweisen, das berichtete im Anschluss sehr offen Serge Reit. Im Jahr 2022 hat Reit in Wiesbaden das Software-Start-up YOND mitgegründet, das heute 14 Mitarbeitende zählt. Worauf YOND bei der Auswahl von Mitarbeitenden achtet, welche Unternehmenskultur und Führungsphilosophie dem Gründerteam wichtig sind, erläuterte Reit den Lunchbreak-Teilnehmern in seinem Praxis-Einblick.
Ganzheitlicher erster Einblick in die Welt der Human Resources
Nach den Vorträgen bestand die Gelegenheit, in einer Frage- und Antwort-Session einige Aspekte mit den beiden Experten zu vertiefen. Aus dem Publikum gab es abschließend viel positives Feedback für den ganzheitlichen ersten Einblick in die Themenwelt der Human Resources und die damit verbundenen praktischen Erfahrungen. Mehr Informationen zur Arbeit von Prof. Dr. Marcel Dulgeridis gibt es auf der Webseite seines Unternehmens Schubart & Dulgeridis. Details zu YOND lassen sich ebenfalls auf der Webseite des Start-ups in Erfahrung bringen.
Während es beim StartHub-Lunchbreak um neue Mitarbeitende ging, befasste sich die Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt zuletzt mit neuen Räumen zum Gründen. Diese werden Start-ups ab Januar 2027 zur Verfügung stehen – an zwei unterschiedlichen Stellen in der Stadt. Mehr Informationen zur Neuaufstellung der städtischen Gründerzentren in Frankfurt gibt es in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema.
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